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Bronos Geschichte

August 6, 2017

 

Ich habe Brono das erste Mal im November 2014 gesehen, als ich für einen Tierschutz Einsatz nach Rumänien gereist bin. Er lag da, in einem Tierheim, lediglich ein kleines Häufchen Elend. Er atmete sehr schwer. Auf die Frage, was mit ihm denn los sei, sagte mir die Tierärztin, dass er von jemandem, der ihn auf der Strasse gefunden hatte, abgegeben wurde. Vermutlich hatte der Hund einen Autounfall, die Tierärztin vermutete, dass er einen Nasenbruch erlitten hatte. In Rumänien sind solche Unfälle nicht ganz so selten und wenn ein verletzter, herrenloser Hund in einem Tierheim abgegeben wird, hat er auch Glück.

Der süsse Hund ging mir ab diesem Zeitpunkt schon nicht mehr aus dem Kopf. Aus irgendeinem Grund berühren mich vor allem die ganz schlimmen Tierschicksale extrem. Ich betete, dass der Hund überlebt, die Aussichten waren aber nicht sehr rosig.

 

Im Dezember war ich wieder vor Ort, der Kleine war nun mit anderen Hunden in einem Zwinger, er sah glücklicher aus, aber seine Nase machte mir Sorgen. Dass sie deformiert war, war ja kein Problem, aber aus der Nase lief immer wieder Eiter. Leider herrschte in dieser Zeit im Tierheim gerade Aufbruchstimmung und es gab einige Veränderungen. Unter anderem hatte dies zur Folge, dass es im Tierheim keinen Tierarzt mehr gab. Zudem hatten die Helfer im Tierheim immer noch keine Zeit gefunden, den Kleinen endlich einmal röntgen zu lassen. Wir gaben ihm dann einen Namen. Brono, eine Wortspielerei aus «broken nose». Ich reiste schweren Herzens wieder ab, aber machte mir Sorgen um den Kleinen.

 

Im Februar bekam ich dann einen Hilferuf von einer Helferin aus dem Tierheim.

"Wenn dir dieser Hund am Herzen liegt, hol ihn bitte raus.", sagte sie mir und die Worte liessen keine Zweifel: Brono brauchte meine Hilfe. Ich musste nicht lange überlegen und flog mit meinem Freund runter nach Rumänien. Wir brachten Brono dann in die Uniklinik nach Timisoara. Sein Zustand hatte sich verschlechtert. Der Eiter tropfte ihm permanent aus der Nase. Endlich wurde ein Röntgenbild und ein CT von Brono gemacht. Es stellte sich heraus, dass sein Oberkiefer gebrochen war und falsch zusammengewachsen ist, zusätzlich waren seine ganzen Stirn- und Nebenhöhlen voller Eiter.

 

Wir liessen Brono, obwohl uns das sehr leid tat, für einen Monat in der rumänischen Klinik. Dort wurde er operiert. Es wurde ihm unter anderem ein Zahn gezogen und die Stirn- und Nebenhöhlen gereinigt. Nach einem Monat war es endlich soweit: Ich fuhr erneut nach Rumänien und holte Brono endlich ab. Wir konnten es kaum mehr erwarten.

 

Kaum in der Schweiz, ging der Tierarzt Marathon jedoch weiter. Man machte bei ihm eine Nasenspiegelung und sah, dass ein Reisszahn bei der Nasenhöhle rausschaute. Der Zahn wurde gezogen. Die Infektion ging danach weg und sein Zustand verbesserte sich laufend. Er lernte, das Leben zu lieben, entwickelte sich zu einem richtigen Streber in der Hundeschule und freundete sich mit unseren drei Katzen an.

 

Bei einer weiteren Untersuchung in der Tierklinik Bern, wurde uns dann definitiv bestätigt, dass wir und er lernen müssen mit seiner Behinderung umzugehen. Das Einzige, was man hätte probieren können, wäre eine Implantation von Röhrchen in die Nasenlöcher gewesen. Brono wäre aber der erste Hund gewesen, bei dem ein solcher Eingriff durchgeführt worden wäre. Wir wollten ihn nicht als "Versuchskaninchen" opfern, weil er schon genug durch stehen musste. So entschieden wir uns gegen diesen Eingriff. Er kann mit seiner Behinderung super umgehen. Zwar atmet er im Sommer teilweise recht schwer und er muss sich schonen, aber damit kommen wir klar.

 

Er klingt beim Atmen etwas laut, was für unsere blinden Katzen perfekt ist, weil sie so immer wissen, wo er sich im Raum befindet. Zugegeben, er sieht für Aussenstehende vielleicht etwas merkwürdig aus. Denn seine Zunge hängt permanent aus dem Mund und er hat einen leicht hervorstehenden Unterkiefer. Das irritiert manchmal andere Hunde, die seine ständig sichtbaren Zähne als fletschen deuten. Aber Schönheit liegt eh im Auge des Betrachters. Mit seiner liebevollen Art gewinnt er jedenfalls Reihenweise Herzen. Aber ich habe noch selten ein so lebensfroher Hund gesehen.

Wir haben die Entscheidung nie bereut, ihn aufzunehmen, obwohl wir uns oft Sorgen machen mussten und die Tierarztbesuche nicht einfach sind, da er vermutlich aus seiner Zeit in Rumänien nicht schöne Erinnerungen mitgenommen hat. Brono lieben alle, er begleitet uns überall hin, liebt es, bei Menschen zu sein und liebt es, Neues zu lernen.

 

Wir können nur jedem empfehlen, einem Hund eine Chance zu geben, welcher keine gute Aussichten hat oder nicht "normal" aussieht. Er wird es euch ewig dankbar sein.

 

Und weil Brono allen ANIMARIS Mitgliedern am Herzen liegt, er ein echter Kämpfer ist und Tierschutzarbeit symbolisiert, haben wir ihn in unser Logo aufgenommen. Unverkennbar mit seiner Zunge :-)

 

 

 

 

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